Hier möchte ich euch etwas über Katzenkrankheiten berichten!!

Als erstes befassen wir uns mit der Krankheit FIP. Sie ist eine der gemeinsten Krankheiten, denn sie endet  immer tödlich. Und es gibt keinen wirksamen Impfstoff dagegen.  Nachfolgender Text stützt sich auf die Originalfassung.

 

http://www.odo.in-berlin.de/mini-FIP-FAQ.html

 

 Dieser Text ist entstanden, da die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) in der Newsgruppe de.rec.tiere.katzen häufig thematisiert wird und es hierbei immer wieder zu Mißverständnissen kommt. Deshalb möchte ich versuchen, etwas Licht in diese ungewöhnliche Erkrankung zu bringen. Sofern nicht anders angegeben, stützt sich der nachfolgende Text auf zwei Fachbücher der Veterinärmedizin [1,2] und eine Dissertation [3]. Ich möchte noch darauf hinweisen, daß ich kein ausgebildeter Tierarzt bin und mir die in diesem Text genannten Fakten durch das Studium von Fachliteratur angeeignet habe. Dieser Text erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, auch soll und kann er keine fachgerechte Beratung und Betreuung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt ersetzen. Ich übernehme keinerlei Haftung für die Richtigkeit der Informationen.

1. Einleitung

Die feline infektiöse Peritonitis ist eine Infektionserkrankung, die nicht sicher nachgewiesen werden kann, vor der es keinen zuverlässigen Schutz gibt und für die keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt sind. Sie führt immer zum Tod der Katze. Am häufigsten erkranken junge Katzen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren und ältere Tiere ab 14 Jahren.

Man kennt zwei verschiedene Verlaufsformen, die trockene FIP und die feuchte FIP. Bei letzterer kommt es wegen des entzündeten Bauchfells, Herzbeutels und Brustfells zu massiven Ergüssen in die entsprechenden Körperhöhlen. Dies führt zum typischen "Wasserbauch" (siehe Abbildung 1 in [4]). Bei der trockenen Form bleiben Flüssigkeitsabsonderungen der entzündeten Organe aus. Allerdings werden auch Mischformen beider Verlaufsformen der FIP beobachtet.

Die Krankheitserscheinungen beim Ausbruch einer feuchten FIP sind vielfältig: Meist verweigert die Katze die Nahrung, magert ab und sieht ganz offensichtlich krank aus. Dann kommt es zu einer starken Zunahme des Bauchumfanges, und Fieber setzt ein. Die trockene FIP wird von weniger klaren Symptomen begleitet: Auch hier treten Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust ein. Darüber hinaus beobachtet man häufig Blutarmut, Gelbsucht und manchmal Probleme mit den Augen und dem Nervensystem.

2. Wie entsteht eine FIP?

Es ist für das Verständnis des folgenden Textes äußerst wichtig, sich folgenden Sachverhalt einzuprägen: Man kennt zwei fast identische Coronaviren bei der Katze: das völlig harmlose feline enterale Coronavirus (FECV) und das aus diesem durch Mutation hervorgegangene bösartige FIP-Virus (FIPV). Beide Viren sind genetisch so nahe verwandt, daß sie sich nur durch äußerst aufwendige molekularbiologische Methoden auseinanderhalten lassen. Deshalb faßt man auch beide Viren zu den felinen Coronaviren (FCoV) zusammen.

Das FECV kann man überall und in großer Zahl in der Umwelt antreffen, weshalb sich auch viele Katzen damit infizieren. Die Aufnahme erfolgt über Mund oder Nase bei Kontakt mit infiziertem Kot oder über FECV-verunreinigte Gegenstände. Sogar der Mensch kann das Virus transportieren und auf die Katze übertragen [5]. Häufig infizieren virustragende Katzenmütter ihre Welpen.

Meist bekommt der Katzenhalter von der FECV-Erstinfektion überhaupt nichts mit, manchmal kann er einen leichten Durchfall beobachten. Das FECV vermehrt sich im Darm und wird dort vom Immunsystem wirksam mit Antikörpern bekämpft. Nur in wenigen Fällen kommt es zu einer kompletten Eliminierung der FECV; zumeist bleiben Virus und Antikörper im Körper existent und halten sich die Waage. Nur sehr wenige Katzen scheiden das FECV längerfristig oder sogar dauerhaft mit ihrem Kot aus.

Wie bereits erwähnt, vermehren sich die FECV im Darm. Hierbei kommt es häufig zu Mutationen [6], aber nur sehr wenige dieser Mutationen sind auch gefährlich, und zwar nur diejenigen, die das Virus befähigen, die sogenannten Freßzellen des Immunsystems (Makrophagen) zu infizieren. Diese Mutanten sind die sogenannten FIP-Viren. Sie sind immer noch Coronaviren, nun aber aggressive Varianten der einstmals harmlosen FECV.

Man weiß heute, daß genau diese mutierten FIPV für die Erkrankung FIP verantwortlich zeichnen. Welche Mechanismen letztlich zum Ausbruch der FIP führen, ist noch nicht gänzlich geklärt. Die derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse deuten auf folgendes Szenario hin:

Eine körperlich gesunde Katze reagiert nach einer FECV-Infektion mit einer funktionierenden Immunantwort, die die infizierten Freßzellen (Makrophagen) in Schach zu halten vermag. In einer kleinen, sozial stabilen Katzenpopulation wird diese Katze sehr viele Jahre leben und wahrscheinlich niemals an FIP erkranken.

Zu Problemen kommt es bei Störungen dieses Gleichgewichtes, sei es durch Streß in großen Katzenpopulationen, sei es durch Erkrankungen, die das Immunsystem direkt schwächen (FIV oder "Leukose"), sei es durch Umzug in eine neue Umgebung oder durch Streß nach Operationen. Aufgrund des geschwächten Immunsystems können sich die FECV nun stark vermehren. Damit erhöht sich gleichzeitig die Anzahl der vermehrungsbedingten Mutationen, was wiederum die Bildung gefährlicher FIPV-Mutanten wahrscheinlicher macht, und diese können nun ungestört in den Freßzellen (Makrophagen) den Darm verlassen und sich im ganzen Körper ausbreiten.

Damit nimmt die tödliche Erkrankung FIP ihren Lauf. Man nimmt derzeit an, daß sich bei einem nicht gänzlich zusammengebrochenen Immunsystem die trockene FIP ausbildet, während ein völlig zusammengebrochenes Immunsystem zur nassen Form führt.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Eine Katze inifziert sich nicht mit FIPV, sondern mit FECV. FIPV entstehen durch Mutation in der Katze. Diese werden nur dann gefährlich, wenn ein geschwächtes Immunsystem nicht verhindern kann, daß sie sich stark vermehren und den Darm verlassen.

Darüber hinaus wird eine genetisch bedingte Veranlagung zur Ausbildung einer FIP diskutiert; das heißt, es könnte sein, daß manche Katzen erblich bedingt anfälliger für FIP sind als andere.

3. Kann man eine FIP nachweisen?

Es gibt ein im Zusammenhang mit FIP weit verbreitetes Mißverständnis, und das betrifft den "FIP-Titer". Ein Titer ist ein Maß für die Menge vorhandender Antikörper im Blut. Je größer der Titer ist, desto mehr Antikörper wurden gefunden. Ein Titer von 1:10.000 bedeutet, daß die Blutprobe auf das 10.000-fache verdünnt werden mußte, bevor der Antikörper nicht mehr nachgewiesen werden konnte. Demnach zeigt ein Titer von 1:10 wesentlich weniger Antikörper im Blut an als ein Titer von 1:10.000.

Mit den zuvor beschriebenen Ursachen für die Erkrankung FIP wird sofort ersichtlich, worin das Mißverständnis liegt: Es kann gar keinen "FIP-Titer" geben, es kann nur einen Titer geben, der die Antikörper gegen die harmlosen FECV mißt. Der "FIP-Titer" müßte also korrekterweise als Coronavirus-Titer bezeichnet werden. Leider hält sich der unzutreffende Name hartnäckig und verführt immer wieder zu der falschen Schlußfolgerung, ein hoher Titer sei nahezu gleichbedeutend mit FIP.

Was aber kann ein positiver Titer wirklich anzeigen?

  1. Die Katze macht gerade eine harmlose FECV-Infektion durch.
  2. Die Katze hat irgendwann einmal eine FECV-Infektion durchgemacht und/oder trägt harmlose FECV in sich.
  3. Die Katze wurde mit Primucell® geimpft (siehe unten).
  4. Die Katze hat eine akute FIP.

Ein positiver Titer kann also schon eine Reihe harmloser Ursachen haben. Hinzu kommt, daß selbst Katzen mit einem negativen Titer, d.h. ganz ohne Antikörper im Blut, akut an FIP erkrankt sein können. Damit dürfte klar sein, wie wenig aussagekräftig der Titer tatsächlich ist.

Man forscht gegenwärtig verstärkt nach eindeutigen Nachweismethoden für mutierte FIPV. Wegen der sehr großen Ähnlichkeit zu den harmlosen FECV gestaltet sich dies als äußerst schwierig. Sowohl auf Basis der Viren selbst als auch auf Basis der Antikörper gelingt es bisher keiner überprüften Methode, beide Viren eindeutig nachzuweisen bzw. zu unterscheiden.

Weiter hat man versucht mit einem sogenannten FIP-Profil, d.h. anhand verschiedener Blutparameter, eine ausgebrochene FIP nachzuweisen. Leider ermöglicht aber auch dieses Profil keine eindeutige Diagnose.

Selbst bei einer ausgebrochenen nassen FIP kann man eine Diagnose nicht mit absoluter Sicherheit stellen. Es gibt zwar Methoden zur Untersuchung von Flüssigkeitsproben aus dem Bauchraum, die eine Diagnose sehr wahrscheinlich werden lassen. Hundertprozentig sicher sind sie jedoch auch nicht.

Fazit: Es gibt derzeit keinen eindeutigen Nachweis einer FIP-Erkrankung.

4. Kann man eine Katze vor FIP schützen?

Nach dem oben beschriebenen Szenario zur Entstehung einer FIP ist es verständlich, daß ein Impfschutz darauf abzielen muß, eine Infektion mit den harmlosen FECV zu verhindern.

Anfangs glaubte man, diesen Schutz über die üblicherweise ausgelöste Antikörperbildung im Blut aufbauen zu können. Dummerweise beschleunigten aber ausgerechnet die Antikörper bei einer nachfolgenden Infektion einen Ausbruch der FIP [7].

Seit 1991 ist eine Schutzimpfung gegen FIP auf dem Markt, die diese Komplikation vermeiden soll. Der Impfstoff heißt Primucell®, wird von der Firma Pfizer produziert und direkt in die Nase der Katze geträufelt. In diesem Impfstoff kommt ein manipulierter FIPV-Stamm zum Einsatz, der sich nur bei Temperaturen um 31°C vermehren kann, nicht aber bei der normalen Körpertemperatur der Katze von 39°C. Mit diesem Trick will man verhindern, daß das FIPV vom Impfstoff in den Körper gelangt, sich dort vermehrt und somit böse Folgen haben kann.

Es soll also lediglich eine Antikörperbildung in den Haupteintrittspforten der FCoV angeregt werden: in den Schleimhäuten der Nase, des Mundes und des Rachens. Diese Antikörper sollen rein lokal wirken und nicht in den Blutkreislauf gelangen, was aber leider trotzdem gelegentlich passiert und damit zu einem meßbaren Coronavirus-Titer führt.

Die Wirksamkeit dieser Impfung wird in der Fachwelt äußerst kontrovers diskutiert. Weitgehend einig ist man sich darüber, daß eine Impfung nur für Katzen zu empfehlen ist, die noch nie Kontakt mit Coronaviren hatten. Aber selbst dann liegt die Schutzwirkung bei deutlich unter 100 Prozent.

FIP ist vor allem in größeren Katzenbeständen ein Problem, also in Tierheimen und Katzenzuchten, da dort sehr viel mehr Katzen mit Coronaviren Kontakt hatten, als dies bei Katzen in Einzelhaltung ohne Freigang der Fall ist.

Speziell für Katzenzuchten wurde ein Frühabsetz-Programm entwickelt [8], das im wesentlichen darauf beruht, Katzenwelpen nach der sechsten Lebenswoche von ihrer Mutter zu trennen, also zu dem Zeitpunkt, an dem sie ihren Schutz durch die Muttermilch verlieren. Die Welpen werden dann bis zu ihrer Abgabe in der 16. Lebenswoche zusammen, aber isoliert von allen erwachsenen Tieren gehalten. Dadurch läßt sich eine Infektion mit Coronaviren durch erwachsene Katzen erfolgreich vermeiden. Eine groß angelegten Studie hat jedoch gezeigt, daß selbst eine Impfung mit Primucell® solcher Welpen im Alter von neun und zwölf Wochen keinen Schutz vor einer Infektion mit Coronaviren gewährleisten konnte [9].

FCoV werden über den Kot ausgeschieden. Da sie im getrockneten Kot mehrere Wochen lang überleben können, ist eine penible Katzenklo-Hygiene eine gute Schutzmöglichkeit.

5. Können an FIP erkrankte Katzen andere Katzen mit FIPV anstecken?

Hierzu müßten die mutierten FIPV von Katze zu Katze übertragen werden können. Dagegen sprechen die beiden nachstehenden Befunde:

  1. Wie oben bereits erwähnt verlassen die FIPV in den Freßzellen (Makrophagen) den Darm und breiten sich im ganzen Körper aus. Damit ist eine maßgebliche Ausscheidung über den Kot unterbunden, der die Hauptinfektionsquelle für FCoV darstellt.
  2. Keine zwei Katzen erkranken an derselben FIPV-Mutanten [4].

Nach aktuellem Stand der Forschung wird daher eine direkte Ansteckung einer Katze mit mutierten FIPV ausgeschlossen.

6. Literaturzitate 

[1] W. Kraft/U. M. Dürr/K. Hartmann, "Katzen-Krankheiten", Schaper Verlag, Hannover 2003
[2] V. Schmidt/M. Horzinek, "Krankheiten der Katze, Band 1+2", Enke Verlag, Stuttgart 1997
[3]http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/liessmannk_2000.pdf
[4]http://www.vetscite.org/issue1/reviews/txt_index_0800.htm
[5] N.C. Pedersen, in "Virus infections of carnivores", 267 (1987), Elsevier Science Publishers, Amsterdam
[6] Die Mutationsrate liegt bei einer Mutation pro 10.000 bis 100.000 Basenpaare. Da die genetische Information der FCoV auf 30.000 Basenpaaren kodiert ist, kann es bei jeder Vermehrung zu bis zu drei Auslesefehlern, sprich Mutationen kommen.
[7] Dieses Phänomen wird auch antibody dependant enhancement genannt. Das heißt, die durch die Impfung entstandenen Antikörper führen im Fall einer nachfolgenden Infektion zu einem schnelleren und leider auch stärkeren Ausbruch der FIP.
[8] N.C. Pedersen, Feline. Pract., 23, 108 (1995)
[9] 

http://www.vetold.unizh.ch/dissertationen/diss_anzeige.php?ID=43&sprache=de

 

 Nun befassen wir uns etwas näher mit der Katzenleukose (FeLV). Diese Krankheit ist ansteckend und führt ebenfalls zum Tod. Es gibt aber einen wirksamen Impfstoff dagegen.

Verbreitung 

Das Virus kommt weltweit vor. Die Übertragung erfolgt durch Aufnahme infektiösen Materials über die Schleimhäute, Wunden und transplazentar (also über die Plazenta von der Katzenmutter auf den Fetus während der Trächtigkeit.
Die FeLV-Infektion ist auf Vertreter der Familie der Katzen beschränkt, andere Tiere und der Mensch sind nicht gefährdet. Das Kolostrum scheint Katzenwelpen durch passive Immunisierung während des ersten Lebensmonats zu schützen. Nach der Infektion vermehrt sich das Virus in lymphatischen Geweben der Infektionsstelle und es kommt zu einer ersten Virämie. Anschließend kommt es zu einer weiteren Virusvermehrung in den lymphatischen Organen und zu einer zweiten, persistierenden Virämie.

Klinisches Bild

Das klinische Bild ist außerordentlich vielseitig. Die meisten Katzen entwickeln eine ausreichende Immunantwort und zeigen keine klinischen Symptome. Nur ein kleiner Teil der Tiere (2 %), nämlich die, die eine ungenügende Immunantwort zeigen, erkranken. Nicht alle Tiere mit solchen Erkrankungen sind serologisch FeLV-positiv. Man unterscheidet neoplastische und nicht-neoplastische Formen.

Neoplastische Formen

Die Neoplastische Form ist durch Tumoren (Neoplasie) gekennzeichnet.

                                                         Lymphosarkome                                                                                              

Es kommt zur Bildung von Lymphosarkomen. Ungefähr 20 % der persistent infizierten Katzen entwickeln Tumore dieses Typs. Die allgemeinen Anzeichen sind unspezifisch und beinhalten Teilnahmslosigkeit (Lethargie), AppetitlosigkeitAnorexie) und Gewichtsverlust. Die weiteren Symptome hängen vom betroffenen Organsystem ab:

 

  • Alimentäre Form: Es treten Erbrechen und Durchfall auf. Lymphosarkome können im Dünndarm, Blinddarm und Grimmdarm auftreten, die entsprechenden Lymphknoten können ebenfalls betroffen sein.
  • Multizentrische Form: Sie ist durch eine generalisierte Erkrankung der Lymphknoten (Lymphoadenopathie), Lymphosarkome der Nieren sowie Milz- und Lebervergrößerung gekennzeichnet. Diese Form ist am häufigsten bei jungen Katzen.
  • Thymusform: Sie äußert sich in Schluckstörungen (Dysphagie) und Atemnot (Dyspnoe) durch Kompression von Speise- und Luftröhre. In der Pleuralflüssigkeit können neoplastische Zellen vorhanden sein.
  • Lymphoid-leukämische Form: Hier ist primär das Knochenmark betroffen und entartete Lymphozyten zirkulieren im Blut (Leukämie). Fieber, Schwäche, Anorexie, Gelbsucht, Fieber, Blutarmut (Anämie) und blasse Schleimhäute sind häufig. Darüber hinaus können eine Erkrankung der Lymphknoten, Milzvergrößerung (Splenomegalie) und Lebervergrößerung (Hepatomegalie) auftreten.

     Die primäre Schädigung betrifft das Knochenmark, sekundär können Leber, Milz und Lymphknoten betroffen sein. Die genaue Bezeichnung der myeloproliferativen Erkrankung richtet sich danach, welche der hämatopoetische Zelllinien betroffen ist: Myeloische Leukämie, Erythroleukämie und lymphoblastische Leukämie. Klinisch tritt eine progressive Anämie, ständig wiederkehrendes Fieber und Gewichtsverlust auf.

Nicht-neoplastische Formen

Die Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppression) wird vermutlich über ein Hüllprotein (p15E) des Virus ausgelöst. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Anfälligkeit gegen Krankheitserreger (Bakterien, Pilze, Protozoen und Viren). Die erhöhte Krankheitsanfälligkeit und stark verzögerte Heilung kann zu anhaltendem Fieber und körperlichem Abbau führen. Eine chronisch rezidivierende Rhinitis und Sinusitis, schmerzhafte Krallen und Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Periodontium) können die Folge sein. Eine Feline Infektiöse Peritonitis oder Feline Infektiöse Anämie (früher als „Hämobartonellose“ bezeichnet) können auftreten. Auch ein der Panleukopenie ähnliches Syndrom kann vorkommen.

 Veränderungen der Blutzellen

 Häufige hämatologische Veränderungen der FeLV-Infektion sind Anämie, Leukopenie, Lymphopenie, Thrombozytopenie oder eine Panzytopenie.

 Eine regenerative Anämie kann durch Blutverluste oder Hämolyse bedingt sein. Letztere kann durch Immunprozesse oder durch eine Sekundärinfektion mit Mycoplasma haemofelis verursacht sein. Eine nicht-regenerative Anämie kann infolge von Störungen der Hämoglobinsynthese oder von sekundären Erkrankungen auftreten. Bei der sogenannten „Pure Red Cell Aplasia“ ist die Bildung der Erythrozyten im Knochenmark gestört, es werden auch keine Vorläufer für diese Zellen (Retikulozyten) mehr gebildet.

Die Lymphopenie entsteht vermutlich durch einen direkten zellzerstörenden Effekt des Virus. Die Leukopenie zeigt sich meist als Neutropenie und kann immunbedingt oder durch zytopathische Effekte auf die Granulopoese entstehen. Die Thrombozytopenie entsteht durch Schädigung der Vorstufen der Thrombozyten (die Megakaryozyten). Bei der Panzytopenie ist die Bildung aller Zellen des Blutes im Knochenmark gestört.

Fortpflanzungsstörungen

Die FeLV-Infektion kann zu einem Absterben der Feten mit Resorption derselben, zu Fehlgeburt in der Spätträchtigkeit und zu Unfruchtbarkeit (Infertilität) führen. Ursache hierfür sind eine FeLV-bedingte Endometritis und Plazentitis. Es abortieren etwa 75 % der infizierten Katzen. Bis zur Geburt überlebende Feten bleiben schwach und kränklich und müssen als dauerhaft infiziert angesehen werden.

Glomerulonephritis

Eine Nierenentzündung (Glomerulonephritis) infolge der Ablagerung von Antigen-Antikörper-Komplexen  kann bei persistierenden FeLV-Infektionen auftreten. Diese Form führt zum Nierenversagen und ist eine häufige Todesursache der FeLV-Erkrankung.

Diagnose

Es müssen andere neoplastische Erkrankungen, Immundefizienzsyndrom der Katzen (FIV, „Katzenaids“), Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), Feline Infektiöse Anämie („Hämobartonellose“) und andere Infektionskrankheiten ausgeschlossen werden. Ein indirekter Immunfluoreszenztest (IFA) für Blutausstriche und ein ELISA für Serum existieren zum Nachweis des Haupthüllproteins (p27) des Virus. Dieses Antigen kommt in großen Mengen im Zytoplasma infizierter Leukozyten und in Thrombozyten vor. Ein positiver Nachweis zeigt das Vorhandensein des Virus an. Etwa 80 % der positiven Katzen sterben innerhalb von 3 Jahren. Die Virusisolation und der PCR-Nachweis sind nicht praxisrelevant. Eine histopathologische Untersuchung von Bioptaten und Knochenmark und eine Zytologie der serösen Flüssigkeiten (Brust- und Bauchhöhlenpunktat) ist möglich.

Therapie

Eine Therapie erkrankter Katzen ist nicht möglich. Die Behandlung kann nur symptomatisch erfolgen und versuchen, die Leiden des Tieres zu lindern. Chemotherapie und Bestrahlung können bei neoplastischen Formen lebensverlängernd sein, allerdings ist bei bösartigen Tumoren eine Einschläferung (Euthanasie) zu empfehlen. Die Verwendung von Virostatika kann nur das Auftreten klinischer Erkrankungen hinauszögern, nicht aber das Virus beseitigen.

 Prophylaxe

Das FeLV ist relativ empfindlich und verliert in der Umwelt rasch seine Infektiösität. Es wird durch alle gängigen Desinfektionsmittel inaktiviert. Impfstoffe sind kommerziell erhältlich und können ab der 9. Lebenswoche eingesetzt werden. Sie sind aber gegen bereits stattgehabte Infektionen wirkungslos, weshalb vorher ein Test auf FeLV (ELISA oder IFA) angezeigt ist. Eine Wiederholungsimpfung erfolgt nach vier Wochen und danach jährlich. Sie ist nur für „Freigänger“ zu empfehlen, Wohnungskatzen ohne Kontakt zu anderen Tieren sind nicht gefährdet. Gelegentlich können sich an der Impfstelle Sarkome bilden. Sie bilden sich durch eine Entzündung, die nicht durch das FeLV selbst bedingt ist, bei bis zu 0,1 % der Impfungen, unabhängig vom Impfstoff und sind eine gefürchtete Nebenwirkung. Durch periodische serologische Tests und die Aussonderung positiver Katzen kann das Virus aus größeren Katzenhaltungen eliminiert werden. Serologisch-positive Katzen müssen isoliert werden.

Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Katzenleuk%C3%A4mi

 

 Die nächste Erkrankung ist der Katzenschnupfen. Diese Erkrankung endet nur selten tödlich, kann aber indirekt auch vom Menschen auf die Katze übertragen werden. Deshalb ist es dringend notwenig seine Katze schon in der 8. Woche dagegen impfen zu lassen.

 Katzenschnupfen ist eine Sammelbezeichnung für ansteckende Erkrankungen der Atemwege und der Schleimhäute des Kopfes bei Katzen. Synonym verwendet werden die Bezeichnungen infektiöse Katzenrhinitis, Katzenpneumonitis, cat flu und Rhinotracheitis infectiosa felis. Es handelt sich hierbei also um einen Symptomkomplex, der durch unterschiedliche Erreger hervorgerufen wird, und Nase, Maulhöhle und Augen betrifft. Beteiligte Erreger sind verschiedene Viren (Herpes- und Caliciviren) und Bakterien  (Chlamydien, Bordetellen und Mykoplasmen). Da die Erreger sich gegenseitig begünstigen und damit parallel auftreten können und Behandlung und Bekämpfung dieser Erkrankungen etliche Gemeinsamkeiten aufweisen, ist diese Sammelbezeichnung dennoch berechtigt.

 Erreger

Felines Herpesvirus-1 (FeHV-1)

 Herpesviren sind neben Caliciviren die häufigsten Auslöser eines Katzenschnupfens. Die Erkrankung durch FeHV-1 wird auch als Feline Virale Rhinotracheitis bezeichnet. Der Erreger befällt ausschließlich katzenartige Tiere. Außerhalb des Wirtes überlebt das Virus maximal 24 Stunden und wird von den meisten gängigen Desinfektionsmitteln zuverlässig inaktiviert. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit einem befallenen Tier oder auch indirekt durch Menschen, Futtermittel und Reinigungsgeräte. Bereits 24 Stunden nach der Infektion ist das Virus in Sekreten des Wirtes nachweisbar. Infolge seiner Unfähigkeit, sich bei Temperaturen oberhalb von 37 °C zu vermehren, befällt es lediglich die relativ „kalten“ Schleimhäute im Kopfbereich und verursacht normalerweise keine Virämie. Bereits nach zwei bis drei Tagen treten klinische Symptome auf. Sie äußern sich vor allem in starkem Nasen- und Augenausfluss, häufig verbunden mit Bindehautentzündung und Hornhautschädigungen bis hin zu einer Panophthalmitis. An der Zunge können Geschwüre (Ulkus) auftreten, die Nasenmuscheln können durch Gewebszerfall (Nekrose) stark geschädigt sein. Außerdem treten oft Fieber, Appetitlosigkeit und Niesen auf. Trächtige Kätzinnen können während der 6. Trächtigkeitswoche abortieren.
Trotz des dramatischen Erscheinungsbildes der Erkrankung ist die Sterblichkeit nur gering. Folgeschäden können durch Verwachsungen im Lidbereich bis zur Blindheit reichen, starke Gewebszerstörungen im Bereich der Nasenschleimhaut können eine chronische Rhinitis nach sich ziehen. Einige genesene Tiere können dauerhaft Viren ausscheiden, etwa 80 Prozent aller erkrankten Tiere bleiben nach überstandener Infektion Träger des Erregers, der sich in die Ganglien des Nervus trigeminus zurückzieht. Ähnlich wie beim Befall durch Caliciviren betrifft die Erkrankung hauptsächlich Jungtiere.

  Felines Calicivirus (FCV)

 Caliciviren sind ebenfalls sehr häufiger Auslöser eines Katzenschnupfens. Die Übertragung von Caliciviren erfolgt durch direkten Kontakt einer Katze mit einem vom Erreger befallenen Tier. Die Verbreitung mittels Aerosolen spielt bei dieser Form des Katzenschnupfens keine Rolle. Ausgeschieden wird das Virus hauptsächlich durch Sekrete der oberen Atemwege und gelegentlich auch über den Kot. Nach überstandener   Krankheit bleibt ein Teil der Tiere lebenslang latent mit dem Virus infiziert. Die Infektion verläuft in zwei Phasen (biphasisch). Nach erfolgter Ansteckung vermehrt sich der Erreger in den Rachenmandeln, der Maulschleimhaut und den Bindehäuten der Augen. Zwischen viertem und siebenten Tag verbreitet sich das Virus über den Blutkreislauf (Virämie) im gesamten Körper. Besonders stark befallen werden hierbei die Lunge und die Zungenschleimhaut. Die Phase der Virämie ist durch Abgeschlagenheit und die Ausprägung einer respiratorischen Symptomatik gekennzeichnet: Fieber, Rhinitis Konjunktivitis und Nasenausfluss. Der Befall der Lunge kann bakterielle Sekundärinfektionen und damit eine Bronchopneumonie nach sich ziehen, dann kann die Sterblichkeitsrate auf 30 % ansteigen. Im Allgemeinen dominiert das vom Befall der Maulschleimhäute hervorgerufene Bild: Es kommt zu ausgedehnten schmerzhaften Schleimhautulzerationen der Zunge oder des  Gaumens. Bei Kätzinnen kann es zu Aborten kommen. Einige Calicivirenstämme können auch Lahmheiten verursachen.

 Feline Chlamydiose (Feline Pneumonitis)

Die Chlamydien-Infektion wird durch das Bakterium Chlamydophila felis (Chlamydophila psittaci) hervorgerufen. Sie ist häufig und kommt ebenfalls weltweit vor. Es ruft vor allem eine chronische follikuläre Konjunktivitis mit Augenausfluss hervor, der auch eitrig sein kann. Diese „Augenform“ tritt vor allem bei fünf bis zwölf Wochen alten Kätzchen auf. Eine Lungenentzündung ist eher selten.

 Feline Bordetella-Infektion

Die feline Bordetella-Infektion wird durch Bordetella bronchiseptica hervorgerufen und kann primär, aber auch sekundär nach Schädigung durch oben genannte Erreger auftreten. Die Infektion kann Erkrankungen der oberen Atemwege, seltener auch eine Lungenentzündung auslösen. Die Erkrankung ist häufiger in größeren Katzenkolonien, begünstigend wirken räumlich beengte Haltung, mangelhafte Belüftung und Stress. Jungkatzen zeigen stärkere Krankheitserscheinungen als ältere. Neben allgemeiner Schwäche treten Fieber, Fressunlust (Anorexie), Husten, Schnupfen, Nasen- und Augenausfluss und Schwellung der Unterkieferlymphknoten auf. Bei Lungenbeteiligung treten Atembeschwerden und abnormale Atemgeräusche auf.

 Feline Mykoplasmeninfektion

Mycoplasma felis aus der Gruppe der Mykoplasmen ruft seltener eine Erkrankung der oberen Luftwege hervor. Klinisch äußert sie sich in einer Bindehaut- und Nasenschleimhautentzündung. Die Infektion kann spontan nach zwei bis vier Wochen ausheilen. Nicht geklärt ist bislang, ob Mykoplasmen als Primär- oder nur als Sekundärerreger fungieren. Auch Mycoplasma gatae und Mycoplasma feliminutum werden gelegentlich aus Katzen isoliert, ihre klinische Bedeutung ist jedoch fraglich.

  Diagnose

  Da die einzelnen Erkrankungen viele gemeinsame klinische Symptome haben, ist die genaue Diagnose schwierig. Sie kann nur durch Laboruntersuchungen gesichert werden.

 Erregeranzüchtung aus Nasen- oder Augensekret oder Schleimhautproben 

Immunfluoreszenztest auf FHV-1, FCV Serum

Virusneutralisationstest aus Serum auf FHV-1 und FCV

PCR auf FHV-1, FCV, Chlamydophila felis, Mycoplasma felis aus trockenem Rachen- oder Augenabstrich

 Therapie

Die Therapie der Virusinfektionen erfolgt symptomatisch und zielt auf die Vermeidung bakterieller Sekundärinfektionen ab (Antibiotika). Die Verabreichung von Immunglobulinen oder felinem Interferon soll das Virus selbst bekämpfen. Bei Feliner Pneumonitis (Chlamydien) sind Tetrazykline lokal und systemisch über drei bis vier Wochen angezeigt. Chloramphenicol und Fluorchinolone sind ebenfalls wirksam, bei ihrem Einsatz müssen jedoch mögliche Risiken für die meist jungen Tiere (Chloramphenicol: aplastische Anämie, Fluorchinolone: Knorpelwachstumsstörungen) sorgfältig abgewogen werden. Mykoplasmen können ebenfalls mit Tetrazyklinen, Doxycyclin, Chloramphenicol und Fluorchinolonen behandelt werden.

  Prophylaxe

Effektiver als die Therapie der Erkrankung ist die Prophylaxe mittels Schutzimpfung. Die Grundimmunisierung erfolgt hierbei in der achten Lebenswoche, ein belastbarer Impfschutz wird durch das Boostern in der zwölften Lebenswoche erreicht.

Von  http://de.wikipedia.org/wiki/Katzenschnupfen

 

 Jetzt folgt die Krankheit Katzenseuche (Panleukopenie). Sie verursacht schwere Durchfälle und kann zum Tode führen. Das Virus kann auch vom Menschen mit den Schuhen ins Haus getragen werden. Deshalb sollten man unbedingt jede Katze regelmäßig dagegen Impfen lassen.

  Die Panleukopenie ist eine häufig tödlich verlaufende, virusbedingte Katzenkrankheit. Sie wird auch als Katzenseuche, Katzenstaupe, infektiöse Enteritis der Katzen, Agranulomatose, Aleukozytose und Katzenpest bezeichnet. Erreger ist ein Parvovirus (von lat. parvus - klein). Die Krankheit ist eng verwandt mit der Parvovirose des Hundes und der infektiösen Panleukopenie der Marderartigen. Bei Menschen kann das wesentlich weniger gefährliche Parvovirus B19 Erkrankungen auslösen.

Erreger

 Auslöser der Erkrankung ist ein Parvovirus mit der Größe von etwa 18 bis 26 Nanometern Durchmesser. Die im Virus verschlüsselten Erbinformationen sind zu 99% mit denen des caninen Parvovirus identisch. Die Vermehrung des Virus findet im Zellkern der betroffenen Zelle statt und benötigt hierbei Funktionen, die nur während der Zellteilung vorliegen. Der Erreger ist gegenüber Umwelteinflüssen sehr unempfindlich. Bei Raumtemperatur bleibt er über 1 Jahr infektiös, die meisten handelsüblichen Desinfektionsmittel vermögen ihn nicht zu inaktivieren. Zu den gegen das Virus wirksamen Substanzen zählen Natriumhypochlorit, Formaldehyd und Glutaraldehyd.

Vorkommen

Der Erreger kommt weltweit und in allen Katzenpopulationen endemisch vor. Die Krankheit kann alle Arten der Familie der Katzen (Felidae) und darüber hinaus einige Kleinbären (Waschbär, Südamerikanischer Nasenbär), Katzenfrette und Nerze befallen. Von der Krankheit werden vor allem noch nicht immunkompetente Jungtiere betroffen. Bei Hauskatzen tritt sie am häufigsten im Alter von drei bis fünf Monaten auf.

Pathogenese

Der Erreger dringt über Kontakt mit infektiösem Material (Kot, Nasensekret, Urin) durch die Nasen- und Maulschleimhaut in den Körper ein. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 10 Tage. Da das Virus zur Vermehrung Zellen mit hoher Teilungsrate benötigt, befällt es besonders die sich fortwährend stark regenerierenden Zellen des Darmepithels, des Knochenmarks und des Lymphsystems. Feten können über die Plazenta bereits im Mutterleib infiziert werden.

 Symptome

 Die Symptome können sehr variabel sein, einige Tiere können sogar ohne jedes Krankheitszeichen sein. Entsprechend den befallenen Organsystemen dominieren vor allem Symptome des Magen-Darm-Traktes und des Abwehrsystems. Neben dem Auftreten starker, oftmals blutiger Durchfälle kommt es zu einer starken Abnahme weißer Blutkörperchen (Leukopenie) und damit einer Verminderung der Abwehrfähigkeit des erkrankten Organismus, der daher für bakterielle Sekundärinfektionen besonders empfänglich ist. Neben diesen Symptomen zeigen die betroffenen Tiere häufig Mattigkeit, Fressunlust, Dehydratation, Fieber, Nasenausfluss, Bindehautentzündung und Erbrechen.  Mit dem Kot werden große Mengen hochinfektiösen Erregermaterials ausgeschieden. Pränatale und perinatale Infektionen führen zu einer Kleinhirn-Ataxie.

Diagnose

 Eine Verdachtsdiagnose liefern fehlende Impfung, Alter, klinische Symptome, der charakteristische Verlauf und eine schwere Leukopenie. Eine sichere Diagnose kann nur labordiagnostisch erstellt werden.  Ein wesentliches diagnostisches und prognostisches Kriterium ist die Anzahl der Leukozyten, die bei typischen Verläufen auf Werte um 2.000 bis 4.000 pro Mikroliter absinken. Liegt der Wert unter 1.500, besteht eine schlechte Prognose.Das Virus kann elektronenmikroskopisch im Kot nachgewiesen werden. Es gibt darüber hinaus Schnelltests zum Virusnachweis im Kot. Bei nicht geimpften Katzen kann darüber hinaus ein Antikörpernachweis im Blut hilfreich sein.Histopathologische Untersuchungen von Dünndarm, Lunge, Niere, Lymphknoten und Milz sowie Kleinhirn von abortierten Feten können Klärung bringen. Intranukleäre (im Zellkern befindliche) Einschlusskörperchen vom Typ B in Darmepithelzellen sind typisch. Weitere Symptome am Darm sind Nekrosen der Darmkrypten, Verlust der Darmzotten und der Lamina propria. Eine Kleinhirn-Hypoplasie ist typisch für infizierte Feten. Der Fluoreszenznachweis von Antikörpern in Dünndarm- und Milzproben ist ebenfalls sicheres Indiz.

Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch müssen Fremdkörper im Darm, Feline Infektiöse Peritonitis, Feline Coronavirusinfektion (FECV), Feline Leukämie, Feline Herpesvirusinfektion, Feline Calicivirusinfektion und das Immundefizienzsyndrom der Katzen berücksichtigt werden.

Prophylaxe

Die wirksamste Maßnahme gegen die Erkrankung besteht in einer prophylaktischen Impfung, welche erstmals im Alter von acht Wochen durchgeführt wird und nach einem Monat aufgefrischt werden sollte. In der Folge sind Impfintervalle von ein bis drei Jahren empfohlen. Nur mittels einer Impfung lässt sich die Infektion einer Katze sicher vermeiden.Da bei regelmäßig geimpften Mutterkatzen die Katzenwelpen oft noch sehr viele maternale Antikörper haben, wird nun seit Juli 2006 eine dritte Auffrischungsimpfung im vierten Lebensmonat empfohlen. Danach eine Auffrischungsimpfung nach einem Jahr und erst danach kann auf ein Intervall von drei Jahren ausgedehnt werden. Allerdings wird für Zuchtstätten und Tierheime weiterhin empfohlen die Auffrischungsimpfung jährlich durchführen zu lassen. Hier kann der Infektionsdruck höher sein, da es gerade in Zuchtstätten öfters zu Stresssituationen, mehrfach Neuzugänge hinzukommen und doch vermehrt Besucher Parvoviren mitbringen können.Lebendimpfstoffe bieten bereits nach 1-2 Tagen sicheren Schutz, dürfen aber nicht bei trächtigen Katzen oder Katzenwelpen unter vier Wochen eingestetzt werden. Hier muss auf Totimpfstoffe zurückgegriffen werden.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Panleukopenie  

 

 Und nun folgt die Krankheit FIV (Katzen-Aids) Sie ähnelt dem Auslöser von Aids beim Menschen ist für ihn aber nicht ansteckend. Es gibt noch keinen Impfstoff dagegen. Und die Krankheit ist nicht heilbar, man kann nur die Symptome lindern.

 Das Immundefizienzsyndrom der Katzen (auch Felines erworbenes Immundefizienzsyndrom, umgangssprachlich „Katzen-Aids“, englisch Feline Acquired Immune Deficiency Syndrome - FAIDS) ist eine virale Infektionskrankheit von Katzen. Der Erreger ist das Feline Immundefizienz-Virus (FIV) aus der Familie der Retroviren. Das Virus schwächt das Immunsystem und löst Folgeerkrankungen aus, die zum Tod führen. Es ähnelt damit dem Auslöser von Aids beim Menschen, ist aber für diesen ungefährlich. Bisher wurden Virusstämme aus neun verschiedenen Katzenarten isoliert, bei vielen weiteren Arten wurden Antikörper gefunden, die auf eine Infektion hindeuten.

  Vorkommen

Der Erreger kommt weltweit vor, etwa 1–30 % der Katzenpopulation sind infiziert. Von den weltweit 400 Millionen Katzen sind 44 Millionen infiziert. Die Zahl könnte noch leicht höher liegen, da 10–15 % der mit FIV infizierten Katzen seronegativ sind. Die verschiedenen FIV-Stämme infizieren alle Katzen und alle Altersgruppen. Klinisch tritt die Erkrankung zumeist bei Tieren auf, die älter als fünf Jahre sind. Eine Infektion hält lebenslang an. Isoliert gehaltene Hauskatzen ohne Kontakt zu Artgenossen sind kaum gefährdet. Zur Hauptrisikogruppe gehören vor allem ältere Freigängerkater mit ausgeprägtem Revierverhalten in Umgebungen mit hoher Katzendichte, da die Tiere dann häufiger in Kämpfe verwickelt werden. Der normale soziale Kontakt zwischen Katzen führt nicht zu einer Ansteckung.

Übertragung

Das Virus kann in Speichel, Blut und Liquor cerebrospinalis nachgewiesen werden. Die Hauptübertragung erfolgt vermutlich über Bisse. Diese Vermutung wird gestützt durch die Beobachtung, dass die Seropositivität mit dem Alter der Katzen zunimmt. Es wurde experimentell bestätigt, dass Katzen das Virus bereits im Mutterleib auf die Feten übertragen können. Eine Infektion von Katzenwelpen über Kolostrum und Muttermilch ist ebenfalls möglich. Diese Frequenz dieser Übertragungen schwankt jedoch mit verschiedenen FIV-Stämmen und ist in der Gesamtbetrachtung eher die Ausnahme als die Regel. Die „horizontale“ Übertragung ist wesentlich wichtiger als die vertikale.

Pathogenese und Symptome

Der Ablauf der Infektion kann in vier Stadien unterteilt werden: in eine akute, eine asymptomatische, eine unspezifische und eine terminale AIDS-artige Phase. Nach einer Erstinfektion produziert die Katze sofort Virus-spezifische Antikörper und cytotoxische T-Zellen, ist jedoch trotz der heftigen Immunreaktion nicht in der Lage, die Infektion vollständig zu überwinden, und das Virus verbleibt in allen bisher untersuchten Fällen dauerhaft im Körper. Die Primärinfektion zeigt sich in Fieber, Neutropenie und Lymphadenopathie. Von diesem Übergangsstadium erholen sich die Tiere meist rasch und die Krankheit kommt scheinbar für mehrere Monate zum Erliegen. Während dieser Zeit nimmt die Zahl der CD4-positiven Zellen im Blut stetig ab. Das Verhältnis von CD4- zu CD8-positiven Zellen verschiebt sich, und es kommt zu Fehlfunktionen der B- und T-Zellen. Im weiteren Verlauf hat FAIDS keine eindeutigen Symptome, da sie teilweise durch Sekundärinfektionen infolge der Immunschwäche geprägt ist. Erst etwa fünf bis neun Jahre nach der Infektion werden die ersten Aidsartigen Symptome sichtbar. Dadurch, dass FIV auch Zellen des Nervensystems wie Gliazellen und Astrozyten infizieren kann, kommt es teilweise zu neurologischnen Symptomen wie verzögerten Reaktionen, vorübergehenden Lähmungen, Verhaltensänderungen und Anisokorie. Je nach Stadium der Erkrankung treten weitere Symptome auf: schlechtes Fell, Fieber, Durchfall, Verhaltensstörungen infolge einer Enzephalopathie, chronische Entzündungen (Bindehaut-, Zahnfleisch-, Maulschleimhautentzündung), starke Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit (Inappetenz) und Schwellungen der Lymphknoten. Der zeitliche Verlauf der Erkrankung hängt auch von den FIV-Subtypen ab. Bei manchen pathogeneren Stämmen sterben 5 bis 25 % der Hauskatzen innerhalb eines Jahres.

  Diagnose

Aufgrund des sehr variablen klinischen Bildes kann eine Diagnose nur durch serologischen Nachweis der Antikörper (theoretisch auch durch eine Virusisolation) erfolgen. Wegen des möglichen Vorhandeseins kolostraler Antikörper sollten Jungkatzen im Alter von 6 Monaten erneut getestet werden. PCR-basierte Diagnostik ist eine zuverlässigere Methode, da hier bis zu 15 % mehr Tiere positiv getestet werden, die keine nachweisbaren Antikörper gebildet haben und daher im ELISA negativ sind. Der ELISA-Test kann falsch-positive Ergebnisse bringen, weshalb eine Verifizierung über Western Blot oder indirekten Immunfluoreszenztest notwendig ist. Differentialdiagnostisch sind Feline Leukämie und Feline Infektiöse Peritonitis in Betracht zu ziehen.

Behandlung / Therapie

 Eine Therapie zur Heilung von FAIDS gibt es bisher nicht. Erkrankte Katzen müssen vom Freigang ausgeschlossen werden, um andere Katzen nicht zu gefährden. Normale soziale Kontakte ohne Beißereien und Rangkämpfe unter in einem Haushalt zusammenlebenden Katzen führen in der Regel zu keiner Ansteckung. Um die Lebensdauer und die Lebensqualität einer erkrankten Katze zu erhöhen, empfiehlt sich:

      *  die  Behandlung von Sekundärinfektionen, die durch die Immunschwäche aufgetreten sind,

  • die Haltung des erkrankten Tieres in möglichst stressfreiem Umfeld,

  • eine antivirale Chemotherapie, Gabe von Interferon alpha und eine regelmäßige Überwachung der Blutwerte.

 Die Krankheit ist jedoch zum heutigen Zeitpunkt nicht heilbar. Man kann die Krankheit nur versuchen zu lindern.

Prophylaxe

In Europa gibt es noch keinen Impfstoff gegen FIV. In den USA hat im Sommer 2002 ein entsprechendes Präparat seine Zulassung bekommen.

Bitte beachte den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Immundefizienzsyndrom_der_Katzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 



Datenschutzerklärung